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Franck BALESTRACCI - Existences Invisibles

Der 1958 in Paris geborene Franck BALESTRACCI, Schlagzeuger und Keyboarder zugleich, eröffnet auf seinem zweiten Album "Existences Invisibles" facettenreiche musikalische Arbeiten.
Die 14 Songs der CD bereisen das weite und bis heute in vielen Fällen unscharf umrissene Gebiet der New Music. Dabei legt er neben klaren Akzenten der Kompositionen großen Wert auf dynamische und ausgeglichene Arrangements.
Zumeist sind die Songs von ambienter Natur; lyrisch, still, besänftigend. Gleichzeitig fehlen aber weder Dissonanzen noch laute und schräge Töne, die der Stimmung oftmals eine noch tiefere Ruhe einflössen.
Neben seinen beiden Hauptinstrumenten spielt Franck Piano, bedient diverse Percussions und webt Soundeffekte und "deconstructed voices" in die Songs. Manche Stücke scheinen rein elektronischer Natur zu sein, nur die Rhythmusarbeit, übrigens verblüffend virtuos und akzentuiert, gliedert die Struktur und dynamisiert die umherschwirrenden oder fließenden Töne.
Daneben gibt es liedhaftere Stücke, die der fanzösischen Atonal-Szene verwandt sind. Angerissene Jazzrock-Typica machen sich bemerkbar und vermischen sich mit elektronischen oder orchestralen Soundnotizen. In einem Song verlauten fast billige Computerspiel-artige Syntheziserklänge, die nur wegen ihrer klaren Struktur von diesen zu unterscheiden sind. Immer wieder geben auch Stimmen, Alltagsgeräusche, Sägen, Straßenlärm oder ähnliches den Ton in den fragmentarisch wirkenden Songs an.
Nie jedoch rutscht Franck die Führung aus den Händen. So gibt es keine langweiligen oder nervtötenden Allgemeinplätze zu beschauen (/hören). Mit tiefem Gespür für den Augenblick der Laute, Geräusche und Melodien; für das Ineinander- und Gemeinsamklingen der Töne und einem ausgeprägten Sinn für sanfte, dabei stets lebendige Stimmungen hat Franck die 14 Songs eingespielt. Und alle Achtung - das ist ihm gut gelungen. Die ambiente Szene ist überschwemmt von langweiligem, pseudomusikalischem Zeug, das nur Kitsch und Quatsch ist.
"Existences Invisibles" dagegen hat gute Qualitäten, die auf Dissonanzen, Lärm und weitere abstrakte Höhepunkte als Gegenstück zu der stillen und sanften Natur der Stücke setzen. New Music ist hier nicht Wischiwaschi-Vernebelung der Sinne, sondern stilsicher konkrete Struktur.

Deutschland - RAGGAZZI - Volkmar MANTEI

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Franck BALESTRACCI - Existences invisbles

Mit "Existences invisibles" legt der Multiinstrumentalist, aus der Provence stammende, Franck BALESTRACCI ein Album vor, dass einige Durchläufe, mehrer Versuche benötigt, bis man vollständig die Tiefe seiner vielschichtigen Klanglandschaften durchblickt.
BALESTRACCI, der als Schlagzeuger begann, auf seinem Werk aber ebenso Keyboards, Percussion und diverse stimmliche Sound Effects beisteuert, steht in der Tradition der New Music / R.I.O Bewegung.
Nichts wurde auf diesem Album programmiert, sondern die Titel sind vielmehr live eingespielt. Greifen Soloalben mit deutlicher Keyboarddominanz meist auf dem Rhythmus aus der Steckdose zurück, so erweist es sich hier als sehr großer Vorteil, dass BALESTRACCI hinter einer "echten" Schießbude ein sehr interessantes Rhythmusgeflecht entstehen lässt.
Ein weiterer interessanter Punkt ist die klangliche Tiefe, die diversen Klangmuster, die hier synthetisch reproduziert werden, dennoch keineswegs spröde oder kalt klingen.
So haben die Keyboards mal einen Gitarrenklang, sorgen prägnante Bass Rhythmen für Groove, wie sie natürlich auch die ganze Palette von weit verwobenen Klangteppichen, bis hin zu Synthie- und Pianoklängen abdecken.
Musikalisch bewegt sich der Franzose auf einem Terrain, dass die Musik zwischen soundtrackartigen Stimmungen, bis hin zu Ambient Klängen schweben lässt, wobei auf der anderen Seite Sinfonik, jazzige Parts, moderne Klassik, bis hin zu fast schon magmaesker Bedrohlichkeit stehen.
Über dem Album hängt eine düstere Stimmung, die sehr passend zur herbstlichen Jahreszeit erscheint. So arbeitet der Solokünstler zwar oft mit minimaler Instrumentierung, diese schlägt sich aber dafür in eindringlicher Atmosphäre nieder.
" Existences invisibles" ist auf diverse Arten ein recht untypisches Keyboardalbum. 13 Klangreisen bzw.
Songs, die mehr sind als nur Fragmente und Stimmungen bieten, sondern aufgrund immer wieder überraschender Wendungen, den Zuhörer mit offenen Ohren genau hinhören lassen.

* Deutschland - PROGRESSIVE NEWSLETTER - Kristian SELM

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